Apfelkuchen ist eigentlich ein rassistisches Gericht und hat „blutige Wurzeln“, so schreibt es das Magazin Metro.uk. Der Autor Raj Patel hatte in einem Artikel im Guardian erklärt, dass der US-amerikanische Lieblingsnachtisch mit dem Genozid von amerikanischen Ureinwohnern verbunden wird.

Rassistisch: Raj Patel über den Apple Pie

Um die blutige Geschichte des Apple Pie zu verstehen, muss man sich mit der Eroberung der USA durch die Briten auseinandersetzen. Brit:innen siedelten im Jahr 1607 in die USA über und setzten dort Kolonien auf. Für die Ureinwohner hieß das teilweise Versklavung und Gewalt, während es für die Kolonialisten „mehr Zivilisation“ hieß.

In einem Artikel, der in The Guardian veröffentlicht wurde, beschrieb Patel, warum der Apple Pie gecancelt werden solle: Die Kolonialherren ritten ein und pflanzten Apfelbäume als Marker der Zivilisation. Dass sie damit Kulturen zerstörten, war ihnen herzlich egal.

Der Zucker in der Kruste des Apple Pie

Der traditionelle US-amerikanische Apple Pie hat eine Menge Zucker in der harten und knusprigen Kruste. Diese Kruste wird aber vor allem mit dem Sklavenhandel in New Orleans verbunden. Der ebenfalls sehr bekannte Gingham Cloth Pie ist sogar eine kulturelle Appropriation durch die US-Amerikaner – dieses Dessert war nämlich ursprünglich von amerikanischen Ureinwohnern erfunden worden.

Apple Pie: Mehr USA geht nicht

Eine berühmte Phrase besagt ‘as American as apple pie’, jemand ist „so amerikanisch wie Apfelkuchen“. Dieser rassistische Kuchen hat es mitten in die Gesellschaft geschafft und beinahe niemand hat heute auf dem Schirm, dass dieses köstliche Gut auf den Rücken von Sklavenhandel erfunden wurde.

apfelkuchen
Apple Pie ist eigentlich ein rassistisches Gericht. Credit: Portland Press Herald / Kontributor

Rassismus hat heute viele Gesichter

In diesen Zeiten werden immer mehr Menschen „woke“ und machen sich mehr Gedanken über die Rassismen, die in unserer Gesellschaft noch immer eine große Rolle spielen. Das Thema der kulturellen Appropriation (das Übernehmen von Traditionen aus anderen Kulturen) ist dabei eine der am schwersten zu fassenden Fragen. Viele vermeintlich harmlose Dinge sind auf einmal gar nicht mehr so harmlos. So sind heute beispielsweise Corn Rows, eine sehr bekannte und beliebte Art sich die Haare zu stylen, unter Weißen verpönt. Der Grund ist: Während des amerikanischen Sklavenhandels war das die Frisur der Schwarzen Sklaven auf den Feldern. Um das zu wissen, muss man sich aber zunächst mit diesem Thema auseinandersetzen.

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