Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hat im neuen Buch von Annalena Baerbock „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Textstellen identifiziert, die ohne Quellenverweis aus dem Internet übernommen worden sind. Aus seiner Sicht „liegen hier klar Urheberrechtsverletzungen vor, die mit Absicht begangen worden sind“, so der Medienwissenschaftler gegenüber Focus Online.

Stefan Weber bezieht sich in dem 240 Seiten langen Buch auf fünf kurze Absätze. Diese seien laut Weber wortgleich oder nur wenig abgewandelt aus anderen Quellen zitiert.

Die Grünen: „Das ist der Versuch von Rufmord

Gegenüber Stefan Weber haben die Grünen eine ganz klare Meinung. So habe der Medienwissenschaftler bereits in der Vergangenheit versucht, Baerbock zu diskreditieren und „bösartig ihren Ruf zu beschädigen“.

Die Grünen weisen jeden Vorwurf zurück und sprechen von Rufmord. Credit: IMAGO / Metodi Popow

Auf Anfrage von Focus Online wies ein Sprecher der Grünen die Vorwürfe zurück: „Wir weisen den Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung entschieden zurück. Bei den beschriebenen Passagen handelt es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen“, erklärt der Sprecher schriftlich.

Annalena Baerbock schaltet Anwalt an

Die Vorwürfe will die Spitzenkandidatin nicht auf sich sitzen lassen und hat einen Anwalt eingeschaltet. Der Promi-Anwalt Christian Schertz hat zu den Vorwürfen gegen Annalena Baerbocks neustem Buch bereits ein Statement abgegeben.

„Ich kann nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen, da es sich bei den wenigen in Bezug genommenen Passagen um nichts anderes handelt als um die Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.

Annalena Baerbock geht nun gerichtlich gegen die Vorwürfe vor. Credit: IMAGO / Christian Spicker

Ebenso wie Nachrichten nicht urheberrechtsschutzfähig sind, gilt dies auch für historische Tatsachen bzw. allgemein bekannte Erkenntnisse im Zusammenhang mit Ökologie und Umwelt. Diese sind sogenannte public domain. Der Vorwurf entbehrt damit jeglicher Grundlage. Es ist offenbar erneut der Versuch einer Kampagne zum Nachteil von Frau Baerbock.“