Das Annalena Baerbock das Gendern schon immer wichtig war, ist kein Geheimnis und nicht umsonst Teil ihrer Wahlkampagne. Sollte sie am kommenden Sonntag als Bundeskanzlerin hervorgehen, möchte sie besonders in Gesetzestexten auf die geschlechtergerechte Gendersprache achten. Eine Aufgabe, die nicht schwer durchsetzbar sein sollte, wie sie der Funke Mediengruppe berichtet. “Wenn jeder Betrieb es schafft, bei Stellenausschreibungen Männer und Frauen gleichermaßen mit anzusprechen, dürfte es doch für den Gesetzgeber auch zu schaffen sein.”

Doch warum ist der Kanzlerkandidatin das Gendern so wichtig? Diese Frage beantwortete sie dem Berliner Tagesspiegel. „Ich will Politik für alle Menschen machen und das bedeutet auch, alle mit anzusprechen. Denn auch die Sprache führt laut Kanzlerkandidatin zur Ausgrenzung. „Sprache verändert sich – heute reden wir zum Beispiel eher von „Ärztinnen und Ärzten“ und nicht nur von „Ärzten“, weil sonst im Kopf nur das Bild eines Mannes auftaucht“, so die Bundestagsabgeordnete.

Es muss nicht immer das Sternchen sein 

Wie Annalena Baerbock das Gendern durchsetzen wolle, habe die Kanzlerkandidatin jedoch noch nicht verraten. Es muss jedoch nicht zwingend das Sternchen oder die Binnen-Großschreibung sein. Da die deutsche Sprache eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten biete, um das Maskulinum zu vermeiden, würden einem da die Türen beim Gendern offen stehen.

Gendern kommt auch im Triell zur Sprache 

Beim ersten großen TV-Triell auf RTL und n-tv spielten nicht nur der Afghanistan-Abzug sowie die Coronapolitik und die Steuerpolitik eine Rolle auch das Gendern kam zur Sprache. So kann laut Baerbock zwar jeder so sprechen, wie er gerne möchte, sie betont aber auch: “Wer respektvoll miteinander umgeht, reflektiert seine Sprache. Wenn die Hälfte der Gesellschaft aus Frauen besteht, sollte man Frauen nicht nur mit meinen, sondern mit erwähnen.“

Annalena Baerbock
Beim TV-Triell kam auch das Gendern zur Sprache. Credit: IMAGO / Sven Simon

Eine Meinung, die Olaf Scholz, Kanzlerkandidat für die SPD, ebenfalls für richtig hält. Armin Laschet hingegen warnte vor zu viel Sensibilität: “Wenn wir beginnen, eine Sprache zu erfinden, die ganz normale Leute nicht mehr verstehen, bei der sie unsicher sind, was sie noch sagen dürfen, führt das nicht dazu, dass Vertrauen im Staat wächst.”

Das sagen die Zuschauer:innen online 

Unter den Hashtags #Triell und #RTLTriell haben eine Vielzahl von Nutzer:innen über den Auftritt der Kanzlerkandidat:innen getwittert. Auch über die geschlechtergerechte Gendersprache von Annalena Baerbock wurde im Netz heftig diskutiert.

So twittert eine Nutzerin: “Spannend. #Baerbock ist im gesamten Duell hinten, was das Gendern angeht und merkt‘s wahrscheinlich noch nicht mal.” Ein anderer User findet es wichtig und richtig, über das Gendern zu sprechen: “Gendern ist ein wichtiges Gleichstellungsinstrument, welches ernst genommen werden muss.”