Alice Weidel ist nicht nur Spitzenkandidatin der AfD, sondern auch homosexuell. Darüber hinaus lebt sie mit ihrer eingetragenen Lebenspartnerin und zwei Kindern in einer Regenbogenfamilie in der Schweiz. Hierzulande kämpft die 42-jährige jedoch offen gegen LGBTQ-Rechte und spricht sich für das Adoptionsverbot von Homosexuellen aus. Wie sie diesen Widerspruch rechtfertigt, erfährst du hier.

Alice Weidel: Frau und zwei Kinder 

Auch wenn Alice Weidel ihr Privatleben so gut es geht aus der Öffentlichkeit raushalten möchte, ist durch ihre politische Position das mediale Interesse gewachsen. So hatten Schweizer Medien Ende August berichtet, dass die Spitzenkandidatin, dessen Wohnsitz eigentlich am Bodensee ist, auch eine Wohnung im schweizerischen Biel bewohne. Gemeinsam mit ihrer Partnerin und zwei Söhnen.

Von der Berichterstattung war Alice Weidel alles andere als begeistert. “Meine Partnerin und ich bedauern es zutiefst, wie die Medien in den letzten Tagen versucht haben, unsere intimste Privatsphäre an die Öffentlichkeit zu zerren, um haltlose Stories zu produzieren. Ich appelliere deshalb an alle Medienvertreter, dies aus Respekt vor meiner Familie zukünftig zu unterlassen.”

Homosexuell und Spitzenkandidatin der AfD: Wie kann das gehen? 

Obwohl die AfD in ihrem offiziellen Entwurf erklärt, Kinder vor Homosexuellen schützen zu wollen, lebt Alice Weidel mit Frau und Kind in der Schweiz und lebt damit, wie die AfD im aktuellen Wahlprogramm definiert, in einer sogenannten “Pseudofamilie.” Sie selbst lebt in der Schweiz ein Leben in einer Regenbogenfamilie, möchte dieses Recht jedoch in Deutschland lebenden homosexuellen Menschen verbieten. Einen Widerspruch sieht die Politikerin dabei dennoch nicht.

So sei laut Weidel die AfD für die Beibehaltung des gesetzlichen Status quo und befürworte damit auch die eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare: “Wenn man ehrlich ist, erscheint die AfD auf den ersten Blick natürlich nicht als die erste Adresse, wenn es um die Rechte von Homosexuellen geht.”

Jedoch stehe die AfD laut Weidel “für Recht und Ordnung und für die Bewahrung unserer freiheitlichen westlichen Kultur und Zivilisation”, von denen auch Homosexuelle profitieren können. Da sie auch dem Islam kritisch gegenüber stehe, die Euro-Rettungspolitik ablehne und für sichere Grenzen eintrete, könne sie sich voll und ganz mit ihrer Partei identifizieren.

Eine Meinung, die der Lesben- und Schwulenverband alles andere als teilt. So erklärte sie bereits im Jahr 2017: “Ob mit oder ohne Weidel – die AfD ist eine unberechenbare, radikale und zutiefst homophobe Partei.“