Leere Regale, keine Produkte und frustrierte Kunden: Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden die Supermärkte vor eine große Herausforderung gestellt. Denn die Verbraucher hamsterten und hamsterten und hamsterten. Doch der Discounter Aldi Süd will in Zukunft besser für solche Krisen gewappnet sein. Dafür setzt er auf eine neue Vereinbarung mit seinen Lieferanten.

Aldi Süd rüstet für den Ernstfall auf

Ob es sich um eine weitere Pandemie oder sogar um einen Kriegsfall handelt: Aldi Süd will, dass wir Verbraucher:innen immer vor prall gefüllten Regalen stehen. Möglich gemacht werden soll dies mit einer Vereinbarung, die die Lieferanten stärker in die Pflicht nimmt.

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Im Klartext bedeutet das laut der „Lebensmittelzeitung“: Wenn die Kundennachfrage aufgrund von äußeren Umständen steigt, sollen die Hersteller zwischen 130 und 150 Prozent der Waren an den Discounter liefern. Als äußere Umstände gelten demnach Pandemien, Kriege oder soziale Unruhen. Als Berechnungsgrundlage dienen die Monate vor der Krise.

Massive Kritik an dem Plan

Aber Aldi Süd will die Lieferanten nicht nur dazu verpflichten, im Ernstfall mehr Waren zu liefern. Sondern sie auch zu Schadensersatz verdonnern, wenn sie die geforderte Menge nicht liefern können. Doch Aldi Süds Forderung sorgt bei den Lieferanten für viel Kritik: „Wir tun alles, was wir können, um den Handel zu beliefern und haben das auch im vergangenen Jahr gut geschafft„, erklärt der Manager eines Zulieferungsunternehmens in der Lebensmittelzeitung.

Frau Einkaufswagen im Supermarkt
Hamsterkäufe haben die Supermärkte vor große Herausforderungen gestellt. Foto: RapidEye / iStock/Don Bayley Credit: imago images

Demnach würden die Zulieferer bereits jetzt schon mehr Waren liefern, als es üblich sei. Laut der Zulieferer bedeute eine Garantie für mehr Vorräte auch höhere Kosten für sie.

Zu der Kritik nimmt Aldi Süd Stellung und betont, dass die Zulieferer nicht unfair belastet werden sollen: „Unseren Lieferanten sollen durch die Bevorratung keine unangemessenen Benachteiligungen entstehen„. Laut dem Konzern wolle man eine Lösung finden, die für alle Parteien passt.

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