Auffällig: Dort, wo die AfD besonders stark ist, tobt das Coronavirus wesentlich heftiger. Ist das ein Zufall? Spannende Zahlen geben einen ersten Einblick.

Jeden Tag sterben in Deutschland Hunderte Menschen am Coronavirus. Und dennoch glauben viele, dass es keine Pandemie gibt. Besonders auffällig: Unter den AfD-Anhängern ist dieser Gedanke besonders weit verbreitet. 24 % von ihnen sehen in der Corona-Pandemie eine „Verschwörung zur Unterdrückung der Menschen“, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor kurzem berichtete. Weitere 41 % halten dies für wahrscheinlich. Wähler anderer Parteien glauben wesentlich seltener an eine Verschwörung.

Spannend sind diese Werte auch deshalb, weil in den Orten, in denen die AfD besonders gut abschneidet, auch die Corona-Zahlen sehr hoch sind.

Ist das ein Zufall? wmn klärt kurz und knapp auf.

AfD & Corona: Zwischen Wirkung und Ursache

Während sich die Forschung unsicher ist, ob es sich dabei um eine Korrelation oder um einen kausalen Zusammenhang handelt, äußert sich der Ost-Beauftragte der Bundesregierung da schon sehr viel deutlicher: „Wer die Infektionsschutzmaßnahmen ablehnt, wie viele AfD-Anhänger, Reichsbürger und Esoteriker es tun, hilft am Ende bei der Ausbreitung des Virus“, erklärt Marco Wanderwitz.

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Zwar spielen auch weitere Faktoren eine Rolle. Doch zuletzt zähle auch die Haltung der Menschen in einer Region zu Abstandsregeln und Maskenpflicht eine Rolle. Aber Wanderwitz geht sogar noch weiter und zieht zwischen den AfD-Anhängern und den Trump-Wählern eine Parallele.

In manch früheren DDR-Regionen wachse eine Realitätsverweigerung wie im Jahr 2016 bei den Trump-Wählern in den USA. Was das aus seiner Sicht bedeutet? Dass viele das Komplexe und Unschöne einfach beiseite schieben, sich einigeln – und dann am Ende für kein Argument mehr zugänglich sind.

Korrelation bedeutet keine Kausalität

Mittlerweile beschäftigt sich auch das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena mit der AfD und ihrer möglichen Wirkung auf die Corona-Pandemie. Der Direktor Matthias Qent erklärte bereits vor einigen Wochen, dass es einen statistisch starken Zusammenhang zwischen Corona-Inzidenz und AfD-Ergebnissen gebe. Das Ergebnis sei so deutlich, dass er selbst davon überrascht sei. Und dies gelte für alle Bundesländer. Und dennoch betonte er, dass Korrelation keine Kausalität bedeute.

Doch: Woher kommt dieser starke Zusammenhang dann? Laut Qent könne es auch an anderen Faktoren liegen, wie etwa der Bevölkerungsstruktur und dem Zustand des Gesundheitswesens.

Aber es kommen auch andere Gründe für die starke Verbreitung von Corona, beispielsweise in Sachsen, in Betracht. Etwa: Die Nähe zu den Corona-Hotspots Tschechien und Polen. Die geltenden Corona-Maßnahmen. Oder Superspreading-Events sowie Ausbrüche in Pflegeheimen.

Um den Zusammenhang zwischen den AfD- & Coronazahlen in Zukunft besser einordnen zu können, will Matthias Qent, der Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft weitere Fragen klären.

Mehr gefällig?

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