Wir alle produzieren Aerosole und atmen sie ein, ohne es zu merken. Aerosole stehen in Verdacht, das Coronavirus zu übertragen. Denn dabei handelt es sich um winzige Tröpfchen, die Viren enthalten und nicht nach kurzer Distanz zu Boden fallen, sondern förmlich durch die Luft schweben. Und auf diesem Weg in die Atemwege von anderen Menschen gelangen können.

Studie untersucht Aerosole 

Ein französisches Forscherteam hat sich nun angeschaut, wie sich die sogenannten Aerosole beim Sprechen im Raum verteilen. Dafür hat es die winzigen Tröpfchen mithilfe von Laserstrahlen sichtbar gemacht.

Das Ergebnis: Die Aerosole sollen bis zu zwei Meter weit fliegen. Sie schaffen es besonders weit, wenn jemand länger spricht oder harte Konsonanten wie etwa in „Peter Piper picked a peck“ benutzt. Aber auch dann, wenn jemand schreit.

Eine weitere Erkenntnis der Forscher ist, dass auch die Sprache Einfluss auf die Verbreitung von Aerosolen haben kann. So enthält Japanisch beispielsweise nicht so viele harte Laute wie etwa Deutsch oder Englisch und wäre demnach nicht so ansteckend.

Reicht der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern aus?

Damit wir uns nicht mit dem Coronavirus infizieren, gilt ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern. Doch: Wenn die Aerosole auch die 2 Meter-Marke knacken, stellt sich die Frage, ob der Sicherheitsabstand nicht erhöht werden müsste.

Und genau diese Frage haben sich auch andere Forscher schon gestellt. Denn viele gehen davon aus, dass die Aerosole sogar noch weiter fliegen können. Manche Experten plädieren deshalb dafür, den Sicherheitsabstand noch einmal zu überdenken oder an den Kontext anzupassen

Denn bislang weiß man, dass beispielsweise in Fitnessstudios oder bei Chören das Risiko einer Infektion höher ist. Denn beim Sport atmen wir intensiver, sodass die Aerosole weiter fliegen und so das Ansteckungsrisiko steigt. Aber auch bei Chören werden mehr Aerosole gebildet als beim normalen Sprechen. Insgesamt halten sich die Aerosole in geschlossenen, kleinen und schlecht durchlüfteten Räumen auch besser als an der frischen Luft, wo die ausgeatmeten Partikel schnell verdünnt werden.

Coronaviurs Aerosole
Auch Masken können vor den Aerosolen schützen, weil sie die Ausbreitunsggeschwindigkeit reduzieren sollen und ein schnelleres Absinken der Partikel bewirken(Photo: ArtistGNDphotography/ istock)

Bislang steht aber noch gar nicht fest, ob und in welchem Maße die Sicherheitsabstände noch einmal überdacht und geändert werden. Dennoch können wir selbst etwas tun, um uns vor dem Coronavirus zu schützen. Zum Beispiel können wir darauf achten, Innenräume ausreichend zu lüften und eine Maske zu tragen, um die Aerosole zurückzuhalten.

Einen letzten Tipp haben die Forscher der Studie aber dennoch für uns. Denn die kleinen Tröpfchen verbreiten sich in einem Winkel von 40 bis 50 Grad vor der Person, die spricht. Deshalb könnte es helfen, seitlich versetzt zueinander zu stehen.

Mehr zum Thema gefällig?

Wieso hat der gesamte afrikanische Kontinent weniger Todesfälle als Großbritannien? Erfahre hier, woran es wirklich liegt, dass Afrika die Corona-Krise so gut meistert & was Deutschland davon lernen kann.

Forscher haben sich angeschaut, wie hoch die Gefahr ist, sich in einem Fahrstuhl mit dem Coronavirus anzustecken. Hier findest du das Forschungsergebnis.