Seit Anfang September verteilen die Löwen wieder Deals bei RTL. Oftmals sind es Männer, die ihre Start-Ups vorstellen und die Jury überzeugen. Grund genug, um die erfolgreichsten “Höhle der Löwen”-Deals von starken Gründerinnen zu feiern. Wir haben die besten Deals der letzten Staffeln herausgesucht und wissen, was aus den Unternehmen geworden ist.

8 starke Ideen von Frauen bei “Höhle der Löwen” 

Wir haben die besten acht „Höhle der Löwen“-Deals von Gründerinnen gefunden, die eine Inspiration für jede Frau sein sollten, die überlegt, mit einer eigenen Idee selbständig zu werden.

1. “Limberry Dirndl” von  Sibilla Kawala-Bulas 

In der dritten Staffel von “Höhle der Löwen” ergatterte Sibilla Kawala-Bulas einen grandiosen Deal mit Carsten Maschmeyer und Judith Williams. Gepitched hatte sie ihren Online-Shop für Drindl und Trachtenmode “Limberry”. Das besondere an ihrer Seite ist ihr Dirndl-Generator. Jeder kann über verschiedene Einstellungen sein ganz persönliches Dirndl zusammenstellen.

Instagrammerin Julia Sophiae Schreiner in einem „Limberry“-Dirndl.

Knapp vier Wochen vor Beginn des Oktoberfests wurde die Folge ausgestrahlt und die junge Gründerin konnte sich vor Bestellungen kaum retten. Zusätzlich wurden in einer Kooperation mit dem Online-Portal “Blogwalk” zehn Influencerinnen mit einem “Limberry”-Dirndl ausgestattet. Einen Monat nach der ersten Ausstrahlung wurde das Follow-Up auf RTL ausgestrahlt und erneut kam ein Bestellungsboom. Sowohl die Investoren als auch RTL haben für diesen “Höhle der Löwen”-Deal ordentlich die Werbetrommel gerührt und haben dem Jungunternehmen damit Umsätze in Millionenbeträgen eingebracht.

2. „Grace Flowerbox“ von Nina Wegert und Kirishan Selvarajah

Nina Wegert hatte die Idee zu “Grace Flowerbox” ursprünglich, als sie eine Verpackung für Blumen gesucht hatte und notgedrungen zu einer Hutschachtel griff. Später nutzte sie gefriergetrocknete Rosen, beduftete sie und fügte der Hutbox einen zauberhaften “Ausfahr-Effekt” hinzu. Nach der Ausstrahlung der Folge waren sie innerhalb weniger Stunden komplett ausverkauft. Inzwischen hat sie sich extrem vergrößert, beliefert Fashionshows und hat Pop-Up Stores in den luxuriösesten Shopping Malls.

„Grace Flowerbox“ ist besonders beliebt ei Influencern.

Tatsächlich neu war die Idee allerdings nicht, denn bereits davor gab es Unternehmen wie “Fleur de Paris”, die ebenfalls haltbare Rosen in Hutschachteln verkauften. Trotzdem ist sie ein tolles Beispiel, wie man ein bestehendes Produkt adaptieren, verbessern und damit erfolgreich werden kann. Es braucht nicht immer eine neue Idee, manchmal nur einen neuen Dreh.

3. „Mabyen Baby Spa“ von Marie Papenkort und Manuela Apitzsch

Als Marie Papenkort und Manuela Apitzsch “Mabyen” bei der “Höhle der Löwen” vorstellten, boten sie eigentlich eine Dienstleistung, nämlich ihren Baby-Spa an. Judith Williams witterte den großen Erfolg allerdings nicht in den Salons, sondern den Produkten und hatte damit den genau richtigen Riecher. 

Die beiden „Mabyen“-Gründerinnen zu ihrem 3-jährigen Jubiläum.

Ganze 51% gaben die beiden Gründerinnen an Judith Williams ab. Dies sorgte dafür, dass pünktlich zum Ausstrahlungstermin eine ganze Pflegeserie mit Natursiegeln in der Drogeriekette „dm“ herauskam. Sowohl der Baby-Spa in Düsseldorf, als auch die Produktlinie konten von dem Deal profitieren. Ein zweiter Baby-Spa in Hamburg wurde inzwischen eröffnet.

4. „Ponypuffin“ von Elena und Julian Musiol

Mit dem “Ponypuffin” hat Elena Musiol ins Schwarze getroffen. Das Beauty-Utensil wird verdeckt in einen Pferdeschwanz eingearbeitet und lässt das Haar so voller wirken. Beauty-Queen Judith Williams hat da natürlich zugeschlagen und brachte die Puffins zum Ausstrahlungstermin in Drogerie- und Supermärkte. Seither läuft es sehr gut für die Gründerin und der anfängliche Verkaufspreis von knapp 20 € konnte auf 10 € gesenkt werden.

„Ponypuffin“ gehört inzwischen zu den normalen Beauty-Utensilien von Beauty-Influencern.

5. „MovEAid“ von Anne Vonnemann, Dindia Gutmann und Saskia Holodynski

“MovEAid” ist bisher ein eher unbekannter “Höhle der Löwen”-Deal. Die Mutter einer halbseitig gelähmten Tochter entwickelte ein künstliches Gleichgewichtsorgan, welches ihr bei einer korrekten Haltung und weniger Straucheln helfen soll. Die Geschichte überzeugte und gleich zwei Löwen schlossen sich zusammen und nahmen ohne zu Verhandeln die Konditionen von Anne Vonnemann an. Bisher wartet das Gerät noch auf die medizinische Zulassung, doch Gründerin und Investoren sind zuversichtlich und es wird fleißig weiter geforscht und getestet. 

Die Löwen trauen sich sonst eher selten in den medizinischen  Markt, denn ähnlich wie bei den verhassten Kühlketten müssen viele komplizierte Vorgaben eingehalten werden. Die Geschichte von Anne Vonnemann und ihrer Tochter Dindia zeigt jedoch, dass die Löwen für die richtige Idee auch über ihren Schatten springen.

6. „Design Bubbles“ von Katharina Baumann

Ähnlich, wie auch “Grace Flowerbox” ist “Design Bubbles” eine Home-Deko Idee, die zwei bestehende Prdukte zusammenführt. In diesem Fall hatte Gründerin Katharina Baumann die Idee Soja-Duftkerzen in Gläsern aus alten Champagnerflaschen anzubieten. 

„Design Bubbles“ bietet deinen Lieblingssekt mit passendem Duft an.

Überzeugen konnte sie mit der Idee, dass Kunden selbst ihre gewünschten Flaschen einschicken und “bewachsen” lassen können. Auf ihrer Website kann man seinen Lieblingschampagner mit der zugehörigen Duftkerze shoppen.

7. „Foreverly“ von Jennifer Browarczy

Hochzeitsplanerin Jennifer Browarczy hatte die Idee, Hochzeitsplanung zu vereinfachen und Kunden und Anbieter zusammen zu bringen. Auf ihrere Plattform “Foreverly” können Nutzer direkt die besten Friseure, Eventveranstalter, Cateringdienste, Konditoren oder Taubenzüchter finden und anfragen. Zusätzlich kann man auch einen Online-Hochzeitsplaner buchen, der die wichtigsten Aufgaben übernimmt. Das Konzept erinnert an die Funktionsweise von “AirBnB” und kann auch über die eigene App genutzt werden. Die Plattform heißt inzwischen „WeddingPlace“.

#8 „Malzit“ von Steffi Tomljanovic

Steffi Tomljanovic ist der beste Beweis, dass auch bodenständiges Produkt wie ein einfacher Malzaufstrich groß herauskommen kann. Mit dem Geschmack von Malzit konnte sie Ralf Dümmel überzeugen mit einem “Höhle der Löwen”-Deal zu investieren. Inzwischen kann man den Aufstrich in allen großen Lebensmittelläden finden, wie Rewe oder auch Karstadt. 

Steffi Tomljanovic hatte mit ihrem Brotaufstrich „Malzit“ großen Erfolg in der „Höhle der „Löwen“ und bekam einen Deal.

Knapp ein Jahr nach der Ausstrahlung lässt der Erfolg dann auf einmal nach. 2018 werden die Gläser aus vielen Geschäften ausgelistet. Jetzt will sie eine neue Strategie fahren, wie sie in einem Interview mit Capital verriet. Social Media soll ihr Baby wieder stark machen. Wir drücken ihr ganz fest die Daumen, denn so viel Hingabe und Kampfgeist suchen Seinesgleichen.

Diese “Höhle der Löwen”-Ideen feierten auch ohne Deal Erfolge

Obwohl diese Ideen keinen Deal von der “Höhle der Löwen” Jury bekam, reichte die mediale Präsenz, um ihre Idee zu pushen und das Unternehmen wachsen zu lassen.

9. “Orginal Unverpackt” von Milena Glimbovski

Die Jury war von der Idee der “Orginal Unverpackt”-Läden angetan, doch die Skalierung war schwierig. Das Konzept unterstützte schnelles Wachstum innerhalb weniger Jahre. Trotzdem reichte der Auftritt im Fernsehen, um in allen großen deutschen Städten einen “Unverpackt”-Laden zu eröffnen. 

Die „Orginal Unverpackt“-Läden gibt es auch ohne „Löwen“-Deal in allen großen deutschen Städten.

Milena Glimbovski hatte in Berlin den ersten Laden völlig ohne Verpackungsmüll gegründet. Kunden konnten mit eigenen Dosen und Gläsern kommen und sich die gewünschte Menge selbst abfüllen. Damit bedient sie ein neues Bedürfnis in der aufkommenden Zero-Waist-Bewegung. Inzwischen konnte die Gründerin aus eigener Kraft an den Standorten Dresden, Bonn, Karlsruhe, Heidelberg, Kiel, Mainz, München und Gmünd neue Läden eröffnen. 

10. “Sugarshape” von Laura Gollers und Sabrina Schönborn

Die Gründerinnen von “Sugarshape” hatten es satt, dass viele Unterwäsche-Labels nur begrenzte Größen im Angebot hatten, also gründeten sie einen Online-Shop der perfekt sitzende und hübsche Unterwäsche in allen Größen und besonders in seltenen Größen anbietet. Dafür verzichten sie auf die gängigen Cup-Größen und bieten stattdessen in eigene Größen basierend auf Unter- und Oberbrustumfang ein. Knapp 38 Größen werden so angeboten.

Die „Sugarshape“-Gründerinnen waren auch ohne „Löwen“-Deal extrem erfolgreich.

Die Löwen konnte das Konzept nicht so recht überzeugen, aber das war auch gar nicht nötig, denn nach dem Sendetermin rannten begeisterte Frauen den beiden Schwestern die Türen ein und das Konzept ging auf.

Fazit: Wir wollen mehr Powerfrauen mit starken Deals

Bisher gibt es weitaus weniger Gründerinnen als Gründer in “Die Höhle der Löwen”, dafür hat die Jury durch Investorin Dagmar Wöhrl zumindest endlich weiblichen Zuwachs bekommen. Wir wollen Frauen bestärken in ihren Ideen und glauben, wie Dagmar Wöhrl daran, dass sich mehr Frauen den Weg zur Selbstständigkeit und den Mut zu eigenen Ideen trauen sollten. Und wer weiß, vielleicht kommt am Ende ein “Höhle der Löwen”-Deal heraus. Wir haben für dich die besten Ideen zum Gründen eines eigenen Start-Ups zusammen gesammelt.