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Powerfrauen und Working Mums: Was für ein Schwachsinn (Photo: istock/Vector Artist)

Powerfrauen: Warum das ein Scheißbegriff ist

Was sollen "Powerfrauen" und "Working Mums" bitte sein? Warum sie so viel besser als normale Frauen sind & warum wir deswegen kotzen müssen.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich mal über Wörter wie “Powerfrau” oder “Working Mum” aufregen würde. Aber langsam ist es so weit. Meine feministische Bildung ist also weit genug fortgeschritten. Dann lasst uns doch einmal ganz kurz darüber nachdenken, was diese beiden Wörter bedeuten und wie sie eigentlich gemeint sind. 

Es ist eine wirklich löbliche Intention, eine Frau auf ein kleines Podest zu heben, wenn man sie “Powerfrau” oder eben “Working Mum” nennt. Was damit aber impliziert wird, ist etwas ganz anderes. 

Powerfrauen sind keine normalen Frauen

Denn sonst müsste man ja das Wort “Power” nicht unbedingt davor platzieren. Powerfrauen können viel schaffen, sind ehrgeizig, karriereorientiert und wissen, was sie wollen. All das steckt in der “Power” dieser Frau. Das impliziert auf nicht besonders unterschwellige Weise, dass Frauen im Normalzustand eben keine solche Power haben, sondern eben einfach nur Frauen sind.

Es gibt kein männliches Pendant zu einer Powerfrau. Männer sind immer Männer. Manche haben mehr Power, andere haben eben weniger. Eine Notwendigkeit, das näher zu beschreiben, scheint nicht zu bestehen. 

Frau Feld Arbeit
Powerfrauen arbeiten immer und überall.(Photo: imago images/Cavan Images)

Working Mums sind Mütter, die endlich mal was tun

Der Begriff "Working Mum" ist ziemlich unfair. Er soll ausdrücken, dass eine junge Mutter trotz der Kinder noch einen “echten” Job ausübt. Eine “Working Mum” wird so über eine “ganz normale Mum” gestellt, denn immerhin arbeitet sie ja. Das ist an so vielen Stellen problematisch, dass man es fast nicht aushält. 

Zum einen ist eine “Working Mum” zu sein, zumindest in den ersten Jahren nach der Geburt für viele nicht unbedingt ein begehrter Zustand. Junge Mütter müssen schnell wieder in die Erwerbstätigkeit übergehen, um ihre Familie zu versorgen. Das hat wenig mit Selbstverwirklichung zu tun. 

Dabei bleiben aber wahrscheinlich einige Erlebnisse und Erkenntnisse der Kindererziehung auf der Strecke. In der Zeit, die die “Working Mum” auf der Arbeit verbringt, muss sich nämlich jemand anders um die Kinder kümmern. Oft sind das nicht die Väter, sondern Kindergärtner*innen oder Tageseltern.

Mama und Tochter in der Küche
Working Mums kriegen alles unter einen Hut. Und zwar sofort.

Zum anderen raubt der Begriff der “Working Mum” den nicht arbeitenden Müttern den Status. Denn Working Mums arbeiten, andere Mums eben nicht. Der Job, den eine ganz gewöhnliche Hausfrau jeden Tag erledigt, zählt dabei wohl einfach nicht. Viele vergessen, dass Kinder ein 24-Stunden-Job sind. 

Powermänner & Working Dads?

Das Verrückte bei Powerfrauen und Working Mums ist zudem, dass Frauen sich damit gegenseitig kleiner machen, als sie eigentlich sind. Jemand, der als Powerfrau bezeichnet wird, wird sich immer höhergestellt fühlen als eine normale Frau. Auch Working Mums haben den gesellschaftlichen Respekt. Allein dadurch, dass sie einen gültigen Arbeitsvertrag haben. 

Doch sind “Frauen” und “Mums” wirklich weniger wert als “Powerfrauen” und “Working Mums”? Lasst uns doch einmal das männliche Pendant dazu anschauen. Männer machen sich offenbar weniger Sorgen darum, in der Gesellschaft als nicht wertig genug rüberzukommen. Jeder Mann ist ein Powermann und jeder Dad ist erst einmal ein Working Dad. 

Bis heute sind gerade einmal 156.000 Männer in Deutschland für Haus und Hof verantwortlich. Und das, obwohl wir 11.560.000 Familien in Deutschland haben. 

Es werden also nur gut 1,35 % der familiären Haushalte von Männern geführt. Das ist nicht sonderlich viel. Noch immer ist die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern in Deutschland sehr unterschiedlich. Das geht auf die Psyche, liebe Frauen. In Deutschland wird Erwerbstätigkeit nämlich noch immer als viel wichtiger und wertvoller angesehen als Soziales.

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