Coronavirus Hoden unfruchtbar
Hodencovid: Das Coronavirus kann theoretisch auch die Hoden befallen (Photo: Syda Productions/ shutterstock) Source: Syda Productions/ shutterstock

Corona: Macht es Männer unfruchtbar?

In den sozialen Medien geht das Gerücht um, dass das Coronavirus Männer unfruchtbar machen kann. Erfahre hier, ob das stimmt.

Inzwischen wissen wir, dass das Coronavirus nicht nur die Atemwege befällt, sondern auch andere Organe. Wie zum Beispiel das Herz, das Gehirn oder die Nieren. Doch dafür braucht das Virus vor allem die sogenannten ACE-2-Rezeptoren. Da es diese Rezeptoren auch an den Hoden gibt, stellt sich für viele die Frage, ob das Coronavirus auch diese befallen könnte. Und vor allem: Ob es die Männer dann unfruchtbar macht.

Coronavirus: Macht es wirklich unfruchtbar?

Aufgrund eben dieser ACE-2-Rezeptoren ist es in der Theorie möglich, dass das Coronavirus die Hoden befällt. Ob das aber auch praktisch der Fall ist, kann nicht mit abschließender Sicherheit verneint oder bejaht werden.

Klar ist aber, dass das Risiko für einen Befall der Lunge wesentlich höher ist. Denn über unsere Atmung kommt die Lunge viel schneller in Kontakt mit den infektiösen Tröpfchen. Von dort könnte sich das Virus dann weiter im Körper ausbreiten. Bis zu den Hoden müsste es jedoch einen längeren Weg zurücklegen. 

Erfahre hier, ob Mundspülungen vor dem Virus schützen.

Forscher haben sich in der Vergangenheit die Spermienqualität von Männern angeschaut. Das Ergebnis: Männer, die akut infiziert waren, hatten eine schlechtere Spermienqualität als Männer ohne Covid-19 oder mit einem milden Verlauf. 

Das große Manko der Studie ist aber, dass die Teilnehmerzahl nur sehr gering war.

Hodencovid: Macht das Coronavirus unfruchtbar
Hodencovid: Macht das Coronavirus unfruchtbar?(Photo: Syda Productions/ shutterstock)

Hodencovid: Gibt es Entwarnung? Ja oder Nein?

Von anderen Viren, wie etwa Mumps, weiß man, dass sie die Hoden befallen können. Für das Coronavirus fehlen bislang jedoch aussagekräftige Studien zu dem Thema. Vorschnell in Panik zu geraten, ist laut Experten nicht angebracht. Dennoch gibt das Fachblatt "Urology" einen Ratschlag an Männer, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Nämlich, dass sie nach der Genesung ihre Hoden untersuchen lassen sollten.

Und bis die Frage eindeutig geklärt ist, ob und wie das Coronavirus die Spermienqualität beeinflusst, gilt weiterhin: Haltet das Risiko einer Ansteckung gering, indem ihr auf ausreichend Sicherheitsabstand achtet und die Hygieneregeln einhaltet. Nicht nur eurer Lunge sondern eurem gesamten Körper zuliebe.

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